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Haus D

Das denkmalgeschützte, dreigeschossige Giebelhaus mitten in der Altstadt von Mindelheim wurde denkmalgerecht saniert und umgestaltet. Der schmale Grundrisszuschnitt beherbergt heute eine Wohnung sowie ein Café im Erdgeschoss. In Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen und Handwerkern konnte das schmalste Haus in Mindelheim mit weniger als drei Metern Breite trotz des begrenzten Raumes ausgebaut werden.

Statt des dunklen und kleinteiligen Grundrisses des Bestandes werden offene Räume für Wohnen, Arbeiten und Schlafen geschaffen. Das Gebäude wurde dafür vollständig entkernt und bestehende kleine Einzelräume wurden unter Einhaltung der Brandschutzbestimmungen durch großzügige, langgestreckte Wohnräume ersetzt. Eine neue offene und einläufige Treppe, die entlang der Seitenwand des Hauses verläuft, betont die freien Wohnräume. Aus Eichenholz gefertigt schafft diese ein raumbildendes Element, welches den Grundriss gliedert und Intimität im offenen Raum ermöglicht.

Die neu positionierte Wendeltreppe führt zur Galerie des historischen Dachstuhls, welcher geöffnet und denkmalgerecht saniert wurde. Ein schmaler Lichtgraben im rückwärtigen Gebäudeteil ermöglicht trotz des tiefen Baukörpers und der dreiseitigen Bebauung eine natürliche Belichtung und Belüftung von Küche und Badezimmer.

Der grüne Farbton der Fassade ergänzt den bunten Reigen aus pastellfarbigen Gebäudefronten im Stadtbild. Die Geschichte des Hauses bleibt durch minimale Eingriffe weiterhin sichtbar. Mit der Sanierung ist im ersten Obergeschoss eine Bemalung der Decke im Jugendstil entdeckt und freigelegt worden.

Eine elf Meter lange Sitzbank lädt im Erdgeschoss zum Verweilen ein. Mit dem Café ist das schmalste Haus in Mindelheim auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Jahr
2017
 
Ort
Stadt Mindelheim
 
Auftraggeber
Familie Doll
 
Typologie
Umbau
 
Nutzung
Wohngebäude
 
Nutzfläche
140 m²
 
Fotos
Nicolas Felder, Wiggensbach