Jahnhalle
Die Jahnhalle in Günzburg ist ein denkmalgeschütztes Gebäude aus dem Jahr 1929, das ursprünglich als Sportstätte im Sinne des Turnvater Jahns errichtet und über Jahrzehnte vielfältig genutzt wurde. Mit der Sanierung und Erweiterung durch Kern Architekten wird sie behutsam zu einem für alle zugänglichen Ort für Sport, Kultur und Bildung mit Raum für gemeinschaftliche Veranstaltungen.
Grundlage des Projekts ist ein intensiver Beteiligungsprozess mit Vereinen, Stadt und Kulturamt. In Arbeitsgruppen wurde ein gemeinsames Nutzungskonzept entwickelt, das unterschiedliche Anforderungen zusammenführt und die Jahnhalle als gemeinsam getragenen Ort stärkt.
Die Architektur des denkmalgeschützten Bestands prägt den Entwurf wesentlich. Die expressionistische Formensprache mit geschwungenen Treppen, großen Fensterflächen und charakteristischen Fassadenelementen bleibt erhalten und wird sensibel weitergeführt. Die großzügige Halle mit rund 420 m², die ornamentale Holzdecke sowie bauzeitliche Elemente und gewachsene Einbauten der Vereine werden bewahrt und in das neue Konzept integriert. Auch die historische Farbigkeit wird aufgegriffen und weiterentwickelt.
Parallel erfolgt eine umfassende funktionale und technische Ertüchtigung. Verbesserungen im Brandschutz und in der Akustik ermöglichen künftig eine reguläre Nutzung für größere Veranstaltungen. Oberflächen werden erneuert, bestehende Nutzungen im Untergeschoss gesichert und sinnvoll ergänzt. Ein zentraler Bestandteil des Entwurfs ist der Ersatz eines maroden Anbaus durch einen neuen Erweiterungsbau. Dieser behebt die Missstände des Gebäudes, indem er eine barrierefreie Erschließung aller Geschosse sicherstellt, Technik- und Lagerflächen bietet und mit ihm die brandschutztechnischen Anforderungen an die Jahnhalle erfüllt werden können.
Gleichzeitig wird die bislang gesperrte Empore wieder nutzbar gemacht. Der Anbau entwickelt sich in seiner expressionistischen Formensprache aus dem Bestand heraus und setzt sich gleichzeitig bewusst vom Bestand durch seine Materialität ab. Er wird als nicht beheiztes Volumen ausgeführt und schafft durch seine Öffnungen einen Bezug zum Außenraum. Ergänzend wurde das Gebäude energetisch ertüchtigt. Neben dem Anschluss an das Nahwärmenetz wurde eine denkmalgerecht integrierte Photovoltaikanlage als Indachlösung auf der Südseite umgesetzt. Sie verbindet Nachhaltigkeit mit sensibler Einbindung in das historische Erscheinungsbild.
Mit der Sanierung und Erweiterung bleibt die Jahnhalle als identitätsstiftender Ort erhalten und wird zugleich neu ausgerichtet – als offener, vielseitig nutzbarer Treffpunkt für die Stadtgesellschaft.
Jahr 2025
Ort Günzburg
Auftraggebende Stadt Günzburg
Typologie Sanierung und Erweiterung
Nutzung Kultur und Sportstätte












