Meisingerhaus

Historische Aufnahme des Meisingerhauses: verputztes Haus mit steilem Ziegeldach, Fensterläden und Schornsteinen
Meisingerhaus Babenhausen: Fachwerkhaus mit hell verputzten Gefachen und Ziegeldach, rechts eine Wand aus Ziegelmauerwerk
Meisingerhaus Babenhausen, Detail der Fachwerkwand: helle Gefache, Holzstrebe und Fensterbank über rotem Ziegelsockel
Meisingerhaus Babenhausen, Fassade mit teils abgeplatztem Putz, neuen Holzfenstern und rotem Ziegeldach, davor Absperrung
Meisingerhaus Babenhausen, Innenraum mit altem Holzständer, Lehmausfachung, Ziegelwand und neuen Holzbalken an der Decke
Meisingerhaus Babenhausen, Detail: alter Holzständer, Lehm und Holzstücke im Gefach neben einer Ziegelwand
Meisingerhaus Babenhausen, Raumecke mit zwei Fenstern, Wände mit Schilfmatten belegt, draußen blühende Rosen
Meisingerhaus Babenhausen, Detail der Wand: Lehmputz, Holzbalken, Schilfmatte mit gelben Scheiben und freiliegende Holzlatten
1 / 8
alle Projekte

Meisingerhaus

Fertigstellung
2018
Ort
Babenhausen
Bauherr/-in
Historischer Verein Babenhausen e.V.
Nutzfläche
182 m²
Typologie
Baudenkmal
Nutzung
Museum
Fotonachweis

Als zukünftiges „Haus der Geschichte“ erzählt das Bauwerk selbst die handwerkliche und gesellschaftliche Entwicklung über fünf Jahrhunderte rund um das Fuggerschloss Babenhausen. Das älteste profane Gebäude im Ort gilt als bedeutendes Zeugnis aus Renaissance und Barock. Das im Volksmund als Meisingerhaus bezeichnete Bauwerk, das nach seinen letzten Besitzern benannt wurde, steht am Fuße des Fuggerschlosses in Babenhausen. Der ältere Teil des Rauchhauses, dessen architektonisches Charakteristikum das Fehlen eines Schornsteins ist und das Wohn- und Stallbereich unter einem Dach vereint, besitzt einen Dachstuhl aus dem 16. Jahrhundert. Die Balken des Dachstuhls sind dendrochronologisch auf das Jahr 1569 zurückzuführen. Der zweite Gebäudeteil stammt als barocker Fachwerkanbau in Richtung der Schlossmauer aus dem 17. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurden im niedrigen und feuchten Webergumpen auf dem Webstuhl Stoffe hergestellt und in den Obergeschossen zu Weißwäsche für das Schloss weiterverarbeitet.

Die hakenförmige Gebäudegruppe besteht aus zweigeschossigen Satteldachbauten. Ursprünglich war der rückwärtige Gebäudeteil aus dem Jahr 1686 ebenfalls zweigeschossig und mit einer Fachwerkfassade versehen. Die früheren Fachwerkwände wurden im 19. und 20. Jahrhundert durch Mauerwerk ersetzt. Bis vor Kurzem sollte das Gebäude für die Schaffung von Verkehrsflächen abgebrochen werden. Inzwischen wird das hochkarätige Baudenkmal fachgerecht restauriert und es erfolgt die Reparatur des Fachwerks sowie die Ausfachung in Lehmbauweise.